Food & Drinks Sweets from the oven

5 Fehler die man beim Backen vermeiden sollte

25. November 2017
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Seit letzter Woche ist es bei mir wieder so weit, die Weihnachtsbäckerei hat begonnen. Plätzchen, Rumkugeln und Mini Stollen gehören zu meiner Vorstellung von einer besinnlichen Adventszeit unweigerlich dazu und haben in unserer Familie langjährige Tradition. Und die sah bis zu meinem 25. Lebensjahr so aus, dass meine Mama Plätzchen gebacken hat, die ich dann in Windeseile, meist noch vor Nikolausabend vernichtet habe. Selber backen? Ähh..lieber nicht. Was soll Mama dann mit den ganzen Plätzchen machen? Geht ja mal gar nicht!

Um ganz ehrlich zu sein muss ich euch gestehen, dass ich mit dem Thema Backen den Großteil meines Lebens auf Kriegsfuß stand. Gar nicht mal unbedingt, weil es mir keinen Spaß gemacht hätte mit Schneebesen in der Schüssel zu rühren und Plätzchenteig zu Naschen. Aber wenn der Kuchen ständig matschig wird, die Muffins wie hässliche kleine Vulkane aussehen und die Kekse in deinem Mund zu Staub zerfallen, hach ja, dann macht das Ganze irgendwie nicht so viel Spaß.

Das jeder der ein Händchen für´s Kochen hat, automatisch auch ein begabter Kuchenbäcker zu sein hat ist ein weitverbreiteter Mythos und oft ist genau das Gegenteil der Fall. Vor allem intuitiven Köchen, mit Hang zu Freestyle und kreativem Chaos am Herd, fällt es nicht leicht beim Backen genauso zu brillieren.

Als selbsterklärte Küchenchaotin, die sich nicht mal an ihre eigenen Rezepte halten kann ohne ständig mal hier eine Zutat zu verändern oder da mal noch irgendwas hinzuzufügen, weiß ich genau wovon ich spreche.

Beim Backen gilt (neben Geduld und Diszplin) nämlich vor allem eines : Genauigkeit!

Auch wenn ich euch an dieser Stelle definitiv keine Ratschläge liefern kann, die euch zum Profibäcker machen werden, kann ich euch aber durch langjährige Erfahrung (und zahlreiche Misserfolge) auf alle Fälle einige Dinge verraten, die ihr definitiv NICHT tun solltet. Ist doch auch mal was 🙂

Dann lasst uns mal loslegen !

Was immer ihr tut: Haltet euch an das Rezept!

Backen ist eine Wissenschaft! Je früher man sich das Bewusst macht umso eher schützt man sich vor Enttäuschungen an der Kuchentafel. Wo Backtriebmittel reagieren und Gluten geformt wird, kann man durchaus von chemischen Vorgängen sprechen und wenn wir mal ganz ehrlich sind, war schon bei den chemischen Experimenten in unserer Schulzeit Kreativität und Spontanität nicht ganz so gefragt, wie im Kunstunterricht.

Wenn also euer Kuchenrezept nach 4 Eiern verlangt, ihr aber nur zwei im Kühlschrank habt, dann würde ich euch dringend dazu raten lieber schnell im Supermarkt um die Ecke vorbeizuschauen, anstatt es auf gut Glück mal so zu probieren. (Und wenn wir schon mal beim Thema Eier sind, ein Ei der Größe S ist nicht gleichzusetzen mit einem Ei der Größe L.)

Auch Butter einfach mal durch Öl zu ersetzen, mit dem Gedanken das Fett ja schließlich Fett wäre, ist keine Gute Idee. Denn obwohl es durchaus Kuchenrezepte geben mag, die mit Öl funktionieren, haben Butter und Öl schlicht und einfach weder die gleiche Konsistenz noch die selbe Struktur und können nicht mit dem gleichen Ergebnis beliebig ausgetauscht werden.

Und während 1 TL Backpulver genau den gewünschten Effekt bringen mag, kann die doppelte Menge, die mal eben ausversehen in den Teig gewandert ist, eurem Backwerk ganz schnell mal einen unangenehmen und metallischen Geschmack verpassen.

Was immer ihr also beim Kuchen, Kekse oder Plätzchenbacken tut, haltet euch genau an das Rezept. Das ist wirklich schon mal die halbe Miete.

Achtet auf die Temperatur eurer Zutaten!

Die meisten von euch kennen es: Da hat man alle seine Zutaten beisammen und kann es kaum erwarten mit dem Backen loszulegen und plötzlich steht da im Rezept etwas von weicher Butter. Blöd nur, dass man die Butter gerade eisgekühlt aus dem Kühlschrank geholt hat. Ja, ich weiß, die Versuchung, einfach trotzdem loszulegen und darauf zu hoffen, dass das schon so gehen wird, ist verdammt groß, aber for the Love of Cake, lasst es lieber sein!

Falls es das Rezept nicht ausdrücklich anders vorsieht, wie z.B. bei einem Mürbeteig, der meist nach kalter Butter verlangt, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass alle eure Zutaten Raumtemperatur haben. Nur so könnt ihr sichergehen, dass sich euer Teig wirklich optimal verbinden kann. Wenn es zum Beispiel darum geht Butter und Zucker cremig zu rühren ist es unheimlich wichtig unbedingt mit weicher Butter zu arbeiten, da sich ansonsten die Zuckerkristalle nicht auflösen können und euer Kuchen beim Backen keine gleichmäßige Konsistenz bilden kann.

Bloß nicht zu viel rühren!

Wer Kuchen oder Kekse backen will, kommt um das Verrühren der Zutaten nicht herum, (das weiß sogar meine dreijährige Tochter Matilda) und dennoch hab ich schon oft die Erfahrung machen müssen, dass bei der Teigverarbeitung weniger ganz oft mehr ist.

In unserer Idealvorstellung sollen Kuchen und Kekse, fluffig, soft und locker sein, das Überrühren der Zutaten führt allerdings gerade zum Gegenteil. Durch die erhöhte Bildung von Gluten,( ich sag´s ja: Backen ist eine Wissenschaft!) verändert sich die Textur eures Teiges und Kuchen und Kekse werden fest und kompakt, statt locker und weich. Achtet also vor allem nach der Zugabe von Mehl und Backpulver, darauf vorsichtig und langsam zu rühren und statt turboschneller Küchenmaschine vielleicht mal wieder selbst Hand anzulegen.

Ofen vorheizen nicht vergessen !

Ein kleines aber feines Detail, das im Eifer des Gefechts schnell mal untergehen kann ist das Vorheizen des Ofens. Dabei ist gerade dieser winzig kleine Schritt unheimlich wichtig für das Gelingen eurer Backrezepte und steht in so gut wie allen Kuchen und Keksrezepten an allererster Stelle. Nur bei der richtigen und gleichmäßigen Temperatur können die Backtriebmittel ihre Arbeit ordentlich leisten und reagieren.

Und auch hier ist es wirklich wichtig beim Lesen des Rezeptes genau zu sein. Der Regler des Backofens rutscht beim Einstellen nämlich schnell mal von 175 auf 190 Grad. Was auf den ersten Blick nur nach einem winzig kleinen Temperatur Unterschied aussieht kann aber tatsächlich große ( und nicht unbedingt positive) Einwirkung auf euer Endergebnis nehmen.

Hände weg von der Ofentür!

Geduld ist ja wirklich nicht so meine Stärke und deshalb ist für mich persönlich das Schlimmste am Backen, die Zeit des Wartens während Kuchen und Kekse im Ofen vor sich hin backen. Sind die Dinger nämlich einmal im Ofen ist die Sache quasi gelaufen. Während man beim Kochen eigentlich noch bis zum Schluss die Möglichkeit hat kleine oder auch größere Fehler zu korrigieren, funktioniert das beim Backen leider nicht. Absoluter Kontrollverlust. Leben am Limit sozusagen.

Ist doch ganz normal, das man da alle 2 Minuten mal in den Ofen kuckt um zu schauen, ob alles noch in Ordnung ist, oder?

Die Antwort lautet, (wie ihr euch vermutlich denken könnt): Nein, Nein und nochmals Nein!!! Durch das ständige Öffnen der Ofentür lauft ihr nämlich zum einen Gefahr eurem Kuchen unter Umständen während einer entscheidenden Phase des Backens einen Kälteschock zu verpassen, zudem kann es passieren, das ihr auch eure Ofentemperatur völlig durcheinander bringt.

Geduld und Disziplin ist hier gefragt und auch wenn ich aus ganzem Herzen mit euch mitfühlen kann ( Ich muss mir da quasi selbst jedes Mal die Hände auf den Rücken binden), möchte ich doch an eure Vernunft appellieren. Wenn ihr euch während der Zubereitung wirklich an die „Regeln“ gehalten habt, kann auch im Ofen eigentlich nicht mehr schiefgehen. Und gut Ding will ja bekanntlich Weile haben und so..

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Was ich euch zum Schluss noch mit auf den Weg geben möchte ist, dass das Befolgen von ein paar grundlegenden Regeln, keinesfalls heißen muss, das man beim Backen nicht kreativ sein darf oder soll. Viel mehr geht es darum ein Verständnis dafür zu bekommen, wie bestimmte Vorgänge ablaufen und Zutaten zusammenspielen. Je mehr man sich die essentiellen Basics verinnerlicht hat, desto mehr gewinnt man auch beim Backen an Gefühl und Intuition und kann sich mit viel mehr Sicherheit an kreative Experimente wagen!

In diesem Sinne:

Frohes Backen und alles Liebe,

Eni

 

 

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