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Heilende Ofengemüse Suppe mit Sesam und Koriander

13. August 2017
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Hokkaido, Orange und Ingwer als Suppenkombi ist bei uns ein alter Klassiker, der allerspätestens mit den ersten kühlen Septembertagen auf unserem wöchentlichen Essensplan landet und dort auch meistens bis zum Frühlingsende bleibt. Aber auch jetzt im August, wenn der Sommer sich dazu entschließt mal kurzzeitig Pause einzulegen kann so ein Schälchen cremiges, wärmendes und leckeres Schälchen Suppe nicht schaden.

Ginge es nach meiner ungarischen Oma Magda, würde es bei uns vermutlich jeden Tag Suppe geben. Ich weiß nicht genau warum, aber das Thema Suppe scheint in meiner Familie recht hohe Bedeutung zu haben. Wann immer ich mit irgendeinem meiner ungarischen Verwandten telefoniere geht es mindestens einmal im Gespräch um Suppe. Ein bisschen wie bei den Chinesen,bei denen die Nachfrage wie es einem geht wortwörtlich übersetzt eigentlich wissen will ob man heute schon Reis gegessen hat. Aber Oma Magda ist nach wie vor die hartnäckigste Suppenverfechterin von allen.

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Angefangen bei:

„Du, ich hab deinem Vater (54 Jahre alt)gerade eine Suppe aufgesetzt,weißt du er klagt gerade öfters über Kopfweh und du weißt ja,die Suppe tut ihm gut..“

Über:

„Ach die Kinder haben nicht gut geschlafen?Mach ihnen doch eine schöne Suppe, das hilft!!“ ( Wobei mir nicht ganz klar ist wem genau sie denn jetzt helfen soll,mir oder den Kindern?)

Bis hin zu:

„Wie, ihr habt alle Magen Darm Grippe?Ich sag es dir immer,ihr esst viel zu wenig Suppe!!!!“..

Alles Dinge die ich mir so und in etlichen anderen Versionen Woche um Woche anhören muss.Es scheint fast so als wäre die Existenz bzw. die Nichtexistenz von Suppe gleichzeitig die Ursache als auch die Frage auf alle Widrigkeiten die das Leben so zu bieten hat.

Tja was soll ich sagen,Oma Magda mag zwar einen leichten Hang zur Dramatik haben( auch so eine typisch ungarische Angewohnheit), aber so ganz im Unrecht ist sie dann vielleicht doch nicht.

Suppe kann schon einiges. Ganz besonders diese hier.

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Ich weiß nicht ob ihr das kennt, aber ich verbinde mit vielen Gerichten besondere Erinnerungen und bestimmte Geschmackskombinationen lösen bei mir bereits beim ersten Bissen auf positive Weise sentimental-nostalgische Gefühle aus. Ich habe früher nie viel fotografiert, weder auf meinen Reisen, noch an Geburtstagen oder anderen Ereignissen. Die meisten meiner Erinnerungen trage ich im Herzen und auch wenn es etwas seltsam klingt-auf der Zunge.Und deshalb habe ich, wenn mir ein Gericht besonders lieb ist, eine Art unausgesprochene Abmachung mit mir selbst, das ich am Rezept nicht mehr groß rumpfusche.

Und dieses Suppe war eines davon. Die habe ich mir nämlich an meinem allerersten Abend in Konstanz gekocht. Erster Tag an der Uni, erste eigene Wohnung- Ich hab zwar nach außen hin immer schon eine ziemlich große Klappe gehabt, aber bin innerlich glaube ich mitunter der unsicherste Mensch der Welt. Kurz gesagt:Ich hab mich furchtbar gefühlt. Einsam, fehl am Platz und überhaupt nicht bereit mich ab jetzt alleine durchzuschlagen. Den ganzen Tag hatte es geregnet und vor lauter Nebel hat man den See, auf den ich mich so sehr gefreut hatte, gar nicht gesehen. Ohne groß nachzudenken bin ich also zum nächsten Supermarkt und hab mir eine handvoll Zutaten geholt( für mehr hatte es offen gestanden auch nicht gereicht, denn mein Bafög war immer noch nicht auf meinem Konto) hab alles in einen Topf geworfen mir diese Suppe gekocht und währenddessen ne Runde geheult. Ich behaupte nicht, dass die Welt danach wieder komplett in Ordnung war, aber wenn ich sage das diese Suppe einiges kann, dann meine ich das so.

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Das ich letztes Jahr an der Zubereitung meiner Seelentröster Suppe etwas geändert habe, war reiner Zufall. Mich hatte es schon den ganzen Tag gefröstelt und ich wollte es mir gerade mit einer  Ingwer-Misosuppe auf dem Sofa gemütlich machen, als ich feststellte dass ich vom Vortag noch einige ofengeröstete Kürbis-Karotten und Zwiebeln im Kühlschrank hatte. Und da Oma Magda mir neben der Sache mit der Suppe auch immer wieder vorhält, dass ich meine Reste nicht effizient genug verwerte, dachte ich mir: „Ha die soll mal sehen WIE gut ich Reste verwerten kann“ und hab das ganze kurzerhand zusammenpüriert. Ich hab ja bereits erwähnt, das ich an einem Winning Team nur ungern rummache, aber mit den gerösteten statt gekochtem Gemüse und der Misopaste, war meine Lieblingssuppe tatsächlich noch um einiges besser.

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Im Grunde ist es ja so : Wenn man sich einmal getröstet hat (und man tröstet sich, wie es in meinem liebsten Buch “ Der kleine Prinz“ steht, bekanntlich immer!) ist man meistens auch bereit für Veränderungen. Und die können ganz schön gut sein. Vorausgesetzt natürlich,das man  sie lässt!

Alles Liebe,

Eni 

 

 

 

Heilende Ofengemüse Suppe mit Sesam und Koriander

Zutaten:

  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 450 g Hokkaido in Stücken( alternativ auch Süßkartoffel)
  • 2 Karotten
  • 1 kleine Kartoffel
  • 2 Schalotten – halbiert und in Scheiben geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer(ca.1,5 cm), geschält und feingehackt
  • 2 EL Kokosöl
  • 2 EL Soja Sauce oder Miso Paste (Sojapaste)
  • Saft einer frisch gepressten Orange
  • 1 EL Honig
  • Saft einer 1/4 Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Kreuzkümmel
  • 1 gehäufter TL Currypulver
  • 1 Messerspitze Cayennepfeffer

Optional:

  • Koriander
  • etwas Kokosmilch
  • gerösteter Sesam

 

Zubereitung:

Den Ofen auch 220 C Ober und Unterhitze vorheizen.

Das Gemüse in kleine Stücke schneiden, die Zwiebeln achteln und alles auf ein mit backpapierausgelegtes Backblech geben.

Mit etwas Olivenöl beträufeln, mit Kreuzkümmel, Currypulver, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen und gut vermischen.

Das Gemüse etwa 30-35 Min im Ofen rösten, bis alles schön weich ist und sich Röstaromen entwickeln.

Währenddessen das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin bei mittlerer Hitze dünsten. Das Ofengemüse dazu geben und alles mit Gemüsebrühe auffüllen.

Die Suppe pürieren, den Orangensaft und Zitronensaft, sowie  die verrührte Miso-Paste/ bzw. Soja Sauce die Suppe geben und noch einmal 2 Minuten leicht köcheln lassen und erneut kurz durchpürieren..

In Teller füllen und mit Koriander und Kokosmilch garnieren.

 

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