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Zitroniger Ricotta Kuchen a la Nonna

19. Juni 2017
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Das die italienische Küche eine nicht unwesentliche Anzahl an köstlichen Gerichten zu bieten hat, brauche ich ja wahrscheinlich niemandem mehr zu erzählen. Bei meinem Aufenthalt in Parma vor zwei Wochen habe ich aber festgestellt, das es essenstechnisch noch so einige tolle Sachen gibt, die mir bislang komplett unbekannt waren.

Frittiertes Brot zum Beispiel. Oder das sagenhaft cremige lila Risotto mit Rotwein und Radicchio(das übrigens auch schon in den Startlöchern steht). Dann noch die Trüffel Pasta mit einem Pesto aus geröstetem Blumenkohl und Walnüssen. Ein Traum sag ich nur!

Ganz besonders angetan hat es mir diesmal aber ein ganz unscheinbar aussehender Ricotta Käsekuchen Verschnitt. Süßlich, säuerlich, zitronig, cremig und doch irgendwie fest. Er war einfach perfekt. Simpel, ohne viel Schnickschnack und trotzdem oder vermutlich gerade deshalb vollkommen. Das Rezept war bestimmt von einer echten, italienischen Nonna. Ihr wisst schon was ich meine, so ein Familiengeheimrezept. Streng gehütet und nur am Sterbebett weitergegeben.

Ich hätte es zumindest so gemacht, wäre es mein Rezept gewesen.

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Zurück in Deutschland, stand jedenfalls fest : Ich muss irgendwie versuchen diesen Kuchen nachzubacken. Ich gebe zu, das ich gar nicht erst versucht habe selber irgendwas zusammen zu panschen. Mir ist ja durchaus bewusst, das ich in der Küche nicht untalentiert bin, aber backen ist jetzt nicht gerade mein Steckenpferd und Nonna bleibt hald nun mal Nonna.

Nach intensiver Rezeptepirsch über Google bin ich dann schlußendlich fündig geworden. Zitroniger Ricotta Kuchen, stand da. Gerade mal 5 Zutaten. Ein Familienrezept, von einer alten italienischen Bäuerin, die es gelegentlich für ganz besondere Hofgäste rausrückt.

Da war es! Mein Rezept!

Ich steh hald einfach auf Klischees.

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Die Zubereitung war wirklich unfassbar einfach und der Teig schmeckte schon roh total lecker. Ach ja..es hätte perfekt sein können. Aber vermutlich ahnt ihr es schon…

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Kuchen hat natürlich nicht so geschmeckt wie das Original. Nicht mal im Ansatz. Schon die Konsistenz war eine völlig andere. Und das Säuerliche hat irgendwie gefehlt. Es wäre auch zu schön gewesen, bereits beim ersten Mal einen Volltreffer zu landen.

Bevor ihr jetzt denkt : Warum zur Hölle schreibt sie dann einen ganzen Blogpost über diesem Kuchen, wenn er doch gar nicht so gut war?? , muss ich euch natürlich auch noch die gute Nachricht verkünden. Die ist nämlich, das er nichtsdestotrotz wirklich fantastisch gut geschmeckt hat. Diesen Kuchen als mittelmäßig zu bezeichnen, würde an absoluter Unverschämtheit grenzen, so saftig, cremig leicht und zitronig wie er ist.

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Aber ihr kennt das ja sicher, man ist irgendwo im Urlaub und probiert etwas phänomenales, fast schon weltverändernd leckeres und beim Versuch es zuhause genauso hinzubekommen ist es einfach nicht dasselbe. Es ist so als würde man Panna Cotta erwarten aber Creme Brulee bekommen. Der Geschmack ist einfach anders.  Anders, aber dennoch richtig, richtig gut. So gut übrigens, das ich es tatsächlich fertig gebracht habe den Kuchen im Laufe eines Nachmittags komplett zu verputzen. Das behalten wir jetzt aber bitte für uns.

Ich werde mich jedenfalls auch weiterhin auf die Suche nach der anderen Ricotta Käsekuchen Variante bleiben, aber dieser hier bleibt definitiv ganz weit oben auf meiner Lieblingskuchen Liste!

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Zitroniger Ricotta Kuchen a la Nonna

Zutaten:

  • 300 g Ricotta
  • 3 Eier
  • 3 kleine Espresso Tassen Mehl
  • 3 kleine Espresso Zucker
  • Abrieb einer Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Backpulver

Zubereitung:

  • Die abgeriebene Zitronenschale mit dem Zucker vermischen und ein wenig zwischen den Fingern zerreiben, dadurch kommt das zitronige Aroma noch besser zu tragen.
  • Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und in eine kleine, mit Backpapier ausgelegte Springform geben.
  • Bei 180 C ungefähr 25 Min im vorgeheizten Backofen backen.
  • Kuchen komplett auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

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